am 3. September 1993 .sp Yesterdays excursion into the biblical past awakened many old, unanswered questions about history. One can approach this nebulous issue from two extremes: 1) as I did yesterday, by confronting an ancient text and presuming to reconstruct from it an intuitively plausible set of circumstances and events; such reconstruction is unavoidably synthetic, but at minimum it makes vivid the incongruousness of taking a written account at face value. 2) Alternatively one may experiment with the history which one has lived through oneself, attempting to revover the reality which ones acquaintances, ones friends, ones family, which oneself has experienced, only to rediscover for oneself the truth of the dictum, das was geschieht hat einen solchen Vorsprung vor unserm Meinen, dass wirs nie einholen, und nie erfahren, wie es wirklich aussah. .sp Perhaps it is no accident that in both German and English, history is story. Geschichte ist eine Geschichte die erz{hlt wirda, and a story is told. History proves to be uncopnditionally dependent on the storyteller. It is a foolish academic pretension, and an interesting consequence of of the apparent independence and integrity of the written word, to assume that it might be otherwise. There can be no story without the historian. The historian becomes the history, much as the musician becomes the music or the actor becomes the play. As the music exists only in the performance, and as the play exists only in the production, so history exiusts only in the telling and retelling of it. .sp The prototypical telling of a story occurs when a parent introduces his child into reality by telling the child a story. There it is obvious that the story cannot be "real". that it is constrained by the childs limited powers of understanding. Later when the child is older, these limitations are denied, and the erroneous assumption arises that the story is exhaustive of reality. In fact, no story, no account, no description, is ever exhaustive of anything other than itself. The story, every story, has a monadic self-sufficiency which mirrors the identity of the historian and which irremediably separates it from anything that might be called reality. The ontogenesis, the anatomy, physicology and pathology of the historical illusion are the proper, but universally unrecognized, topics with which a philosophy of history must concern itself. .PP Remarable about the story is that it is capable of representing reality for the adult no less than for the child. ========================================= .PP Wenn es wahr ist, wie ich zu erkennen meine, da~ und die Vergangenheit nur mittels unserer Vorstellungen und Einbildungen zug{nglich ist, also unmittelbar }berhaupt nicht, da~ unser historisches Verst{ndnis das Ergebnis einer Brille ist, durch welche wir die Wirklichkeit nur ahnen, eine Brille die das Tats{chliche, welches sonst nicht erkennbar ist, vervandelt, so ergibt sich aus dieser Einsicht die Frage was denn die Gegenwart sei. .PP Die Forschung nach der entferntesten Vergangenheit, die Archeologie, und ist nicht letzten Endes alle Geschichte Archeologie? vermag uns nicht zu erkl{ren, wie die Welt einst war, und auch nicht wie sie jetzt ist, sondern, die Tatsache, da~ die Vergangenheit unserem Wissen verschlossen ist, bedeutet da~ wir auch die Gegenwart, wenn es }berhaupt so etwas gibt, nicht erkennen k|nnen. Die Gewgenwart ist uns nicht weniger unerreichbar als die Vergangenheit. da~ wir die Gegenwart ebensowenig wie die Vergangenheit zu erkennen f{hig sind. .PP Denn die Begrenzung der Gegenwart von der Vergangenheit ist unm|glich festzustellen. Alle Gegenwart, so bald wir uns ihrer besinnen, ist ja schon Vergangenheit. und die Vorstellung }berhau[t, da~ es im Gegensatz zur Vergangenheit eine Gegenwart unterscheidbar von der Vergangenheit gibt, in welcher wir handeln und wirken k|nnen, ist gleichfalls eine T{uschung. Diese Betrachtung f}hrt dann zu dem Beschluss, da~ wenn uns die Gegenwart f}r unser Handeln erreichbar ist, da~ die Vergangenheit sich uns in vergleichbarer Weise erschliessen m|chte, und den Unterschied zwischen Gegenwart und Vergangenheit m|chte man dann als den Grad bezeichnen, inwelchem das von uns vermeintlich erkannte auf unseren Willen auf unsere Initiative, auf unsere Energie reagiert, unserer Einwirkung zug{nglich ist. .PP Dies eben ist was die Vergangenheit charakterisiert, und was sie von der Gegenwart unterscheidet, dass sie nicht mehr auf unsere einwirkung reagiert, oder da~ insofern wir auf sie einwirken, sie zur Gegenwart wird, sie als Gegenwart erkannt wird. .PP Was hei~t einwirken. Wasd hei~t auf eine Gegenwart, auf eine Vergangenheit einwirken/, auf eine Vorstellung von der Wirklichkeit wirken zu k|nnen. Auch das Computerprogramm, der Aufsatz, das Gedicht das ich schreibe ist vergangen aber in so fern es beurkundet ist, insofern ich es wieder aufgreifen kann, insofern ich es vergegenw{rtigen kann wird es Gegenwart. Und aus anderen Winkel gesehen, die Alten St{dte mit ihren Fachwerkh{usern und Marktpl{tzen und Kirchen, dienen dazu uns die Vergangenheit zu vergegenw{rtigen, W ir lieben sie so weil sie die Vergangenheit zu einem Teil unserer Gegenwart machen. Dies tun sie weil sie uns durch ihr Bestehen mit der Vergangenheit verbinden. Weil sie die Vergangenheit in die Gegenwart einkn}pfen. Weil wir zu ihr nicht anders als zu einem Gem{lde, einer Skultur, einem Gedicht, zur}ckzukehren verm|gen, und mit unserer Arbeit an ihr neu ansetzen. Da~ die Vergagenheit uns nicht zug{nglich sein sollte, ist eine kleinigkeit, Wenn k}mmert es. Was macht es aus. Aber, da~ uns die Gegenwart verbaut, verschlossen bliebe, das w{re eine Entdeckung, eine Einsicht, von weitreichenderer Bedeutung. Es w{re wert, sich diese Einsicht einzu}ben, und vor allem, einzu}ben das Verst{ndnis, weshalb, wieso, die Gegenwart uns derart Erreichbar erscheint. wieso wir tats{chlich wirken, wie diese unsere Wirkung m|glich wird. Es ist da~ wir durch unsere Vorstellungen, durch unsere Begriffe, duch unsere Sprache verf}hrt werden, und ganz in besondere durch unsere Anma~ung die Gegenwart von der Vergangeheit unterscheiden zu k|nnen. und durch die Entschuldigungen welche wir f}r unser Versagen in der Gegenwart uns machen.