Lieber Helmut, Dank fuer Deinen Brief, und vielen Dank fuer den Band mit John Updike's Gedichten. Ich freue mich auf die Gelegenheit mit Dir darueber zu korrespondieren. Sicherlich werde ich manches dabei lernen, der ich unklug und engstirnig mich allzu viele Jahre lang gegen die neuzeitliche englisch-amerikanische Literatur abgeschottet habe. Was sollte ich zu dem Abschluss Deiner Strahlenbehandlung bemerken, als dass ich Deine Erleichterung mitfuehle; wuensche und hoffe, dass Du Dich in England von den Strapazen der verstrichenen Monate erholst. Von uns ist, abgesehen von unausweichlichen Alterserscheinungen nichts Nachteiliges zu berichten. Der Prozess um die amtliche Anerkennung meiner Klempnerarbeit auf Nantucket soll am 12. Mai entschieden werden. Die Nantucket Behoerden haben ueberhaupt nichts von sich hoeren lassen, und theoretisch waere ihnen nun wegen Saeumnis (default) jegliche Verteidigung untersagt. Bezeichnender noch, die Massachusetts Staatsanwaltschaft (Office of the Attorney General) hat meine Ansprueche bis jetzt nicht bestritten. Der Termin fuer die Eingabe einer Opposition laeuft am 13. April ab; und wenn dies ohne amtlichen Widerspruch geschieht, moechte man meinen ich haette den Prozess gewonnen. Aber in Rechtsangelegenheiten darf man sich auf nichts verlassen. Ich bin auf die groebste Enttaeuschung gefasst, - obgleich mir auch diese Moeglichkeit keinen Schlaf kostet. Bleib, werde - sei gesund, und wenn die Stimmung es beguenstigt, schreib gelegentlich. Jeder Brief von Dir macht uns Freude. Dein Jochen