Subject: From: "Helmut Frielinghaus" Date: Sat, 3 Sep 2011 21:02:38 +0200 To: "Meyer, Jochen Ernst" Lieber Jochen, Neulich war ich, glaube ich, ungeduldig, und ich bitte Dich dafür um Entschuldigung. Ich habe zur Zeit oft kein richtiges Verhältnis zu Zeitabständen - und plötzlich machte ich mir Sorgen. Ich hoffe, dass die Schmerzen beim Atmen gewichen sind - wie ich auch hoffe, dass Du Dich bei Deinen Arbeiten nicht zu sehr überanstrengst. Du hast so vieles durchgestanden in den letzten Monaten, dagegen kommen mir meine Dinge manchmal beinahe harmloch vor, aber es ist nichts, was man vergleichen könnte. Ich komme insgesamt ganz gut zurecht mit der mir verordneten Schmerztherapie, der Arzt besucht mich einmal in der Woche, unter anderem um zu besprechen, was man noch ändern könnte. Ich bin viele Stunden am Tag,vor allem vormittags, etwas benommen, manchmal auch sehr benommen, also auch eingeschränkt in meinen Arbeitsmöglichkeiten und versuche das klaglos hinzunehmen. Manchmal bin ich sehr traurig, obwohl ich doch so viel Grund habe, dankbar zu sein. Ich habe mich immer gewehrt gegen die Anfälle von Niedergeschlagenheit, die ich von meinem Vater so gut kenne. Am meisten macht mir meine Unbeweglichkeit zu schaffen - ich kann noch um den Block gehen, aber an einen Gang, der länger als 20 Minuten dauert, ist nicht zu denken, und an harmlose Reisen, etwa zu meinem Sohn nach Berlin, überhaupt nicht. Nach einer langen Zeit grauen Wetters haben wir ein paar helle Septembertage. Das Licht und die Wärme tun mir gut. Dir und Margaret viele gute Wünsche, und auf bald, Dein Helmut Helmut Frielinghaus, Wincklerstrasse 3, 20459 Hamburg Tel. + Fax 040-364569