Lieber Helmut, Inzwischen ist eine weitere Woche vergangen seit meinem letzten Brief. An jedem Tage haben Dich meine Gedanken in alter Liebe und Freundschaft aufgesucht. Fuer die Anmassung immer wieder mit einem Schreiben in die Stille einzudringen in der Du geborgen bist, bitte ich Dich um Entschuldigung. Mit dem Nachklang von Nathaniel's erstaunlicher Auffuehrung der Eroica, sind die Tage der Woche eilend vergangen. Vor ein paar Stunden haben Margaret und ich Nathaniel zum Autobus nach New Haven gebracht, zur South Station - Du besinnst Dich -. Er berichtete von Plaenen im Sommer ein Konzert in Rockport, on the North Shore, John Updike Gelaende, zu veranstalten, in einem Saal mit Buehnenhintergrundausblick bei gutem Wetter aufs offene Meer. Auch erzaehlte er von einer moeglichen Konzertreise mit seinem Orchester nach Europa. Ich hoffe - und bete - dass es kein Ikarusflug ist, auf den er sich vorbereitet. Notizen die mir heute morgen einfielen, ueber Themen die ich mit Nathaniel diskutierte und ihm per email zukommen liess, fuege ich als Anhang bei. Sie moechten Dich interessieren. In drei Wochen, am 28. Januar, fahre ich zu Benjamin, nach Dartmouth, um einige Stunden mit ihm zu verbringen. Der Uebergang aus der Kindheit ins Erwachsenenalter ist manchmal beschwerlich, und ich moechte ihm bei der unvermeidlichen Verwandlung behilflich sein, so gut ich es kann. Mich selbst troeste ich, nach wie vor, mit meinem Schreiben. Dass ich Dir Gruesse zukommen liesse waere ungeschickt ausgedrueckt, denn in Gedanken gehoere ich ja dort hin wo Du Dich befindest, und wo ich hingehoere, da bin ich, da will ich sein. Dein Jochen