Dear Cyndy, Thank you for your letter, for your openness to my speculations and especially for your comment about the relevance for me of the NYT opinion piece about "battling" cancer. As I limp through this cold empty house in the middle of winter, I sometimes feel as if I were Ahab chasing "justice" as if it were a white whale and wrestling with the essential irrationality of human nature in the turbulent waters of legal discourse. The term wrestling brings to mind Genesis 32:26 "I will not let thee go, except thou bless me." (οὐ μή σε ἀποστείλω ἐὰν μή με εὐλογήσῃς. Non dimittam te nisi benedixeris mihi. Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn.) Isn't it necessary to wrestle with any endeavor about which one is serious? To supplement my thoughts about Montesquieu's Esprit des Lois, I've been reading snatches of John Locke's Essay on Civil Government. If I understand him correctly, he modified and expands the conventional wisdom to comprise his own views of government, but is unable to escape the "common sense" constraints of uncritical language. Thinking for myself, I tried to devise an alternative conceptual framework within which political and legal issues might be examined more productively. As usual, I started by making some notes in German. Translating these into no nonsense English is a useful exercise. As a point of departure for the consideration of societal issues, look at the infant, unconditionally dependent on its family. The infant's dependency characterizes the primal social situation: We are all unavoidably dependent on one another. When consciousness dawns, the child discovers itself embedded in the family structure, and a separate existence independent of family is inconceivable. In time as the child discovers in itself a need for identity and independence, the dependency wanes and separation looms first as a possibility, then as inevitable necessity. Initially, living within and being part of the family is bliss, and separation makes miserable both the parents and the child. But as time passes, the child needs to be free of its parents, and the parents need to be free of the child. The need to be together and the need to be separate, the need to belong to a group and the need to be alone, are both complementary and contradictory. Dependence and independence, society and individuality, are the poles between which human beings oscillate. The identification of oneself as a member of society is rooted the family relationship and extends from there to more distant relatives, schools, employment, political and religious affiliations. My family, my school, my nation ... All of them are communities from which ultimately I need to escape. Centrifugal forces are balanced by centripetal ones. It appears that membership in a group entails a fluctuating perplexity which is never dissipated. The individual is compelled to cooperate, to function as part of the group, of the "team", Der Einzelne wird zur Zusammenarbeit, zur Kooperation, gezwungen: in der Arbeitsgruppe, in der Genossenschaft, im Sportverband, in der Verbindung, vornehmlich bei der Soldatenschaft, im Militär. Die Zusammenarbeit, Zusammenwirkung, Kooperation erfordert Anpassung, Angleichung, Assimilation. .PP Die Angleichung, die Assimilation des Menschen an seine Umwelt, ins Besondere, an seine Gesellschaft ist ein beobachtbarer Vorgang welcher eindrucksvoll in der Verbeitung der Sprache, in der gegenseitigen Mitteilung in Erscheinung tritt. Obgleich sie sich vor allem, in erster Linie als geistige Erscheinung offenbart, mag man sich die Assimilation als einen organischen, körperlichen gar physikalischen Vorgang vorstellen, - wobei bemerkt sein soll, dass die "Reduktion" (Zurückführung) auf Einfacheres, auf Primitives stets mit wesentlichen inhaltlichen Verlusten behaftet ist. .PP Eine unterschiedliche Fähigkeit, Bereitschaft, susceptibility, sich anzupassen ist unverkennbar. Die Empfindlichkeit, Anfälligkeit, Aufnahmefähigkeit von Neuem, von Fremdem erweist bemerkenswerte Differenzen. So unterscheiden die Menschen sich von einander. Bei aller Neigung zur Angleichung, erlebt der einzelne Mensch dennoch die Notwendigkeit der Individualität, ein Einzelner, sich selbst zu sein. Daher die Dynamik und die Dialektik. Diese Betrachtungen mögen als ein Schlüssel zum Verständnis der Gesellschaft dienen. .PP Wie sehr auch immer das Erlebnis der Verstrickung in die Gesellschaft von Subjektivität belastet sein mag, so ist es dennoch möglich, und äußerst wünschenswert die Gesellschaft und das in sie verwobene Individuum als ein objektives naturhistorisches Gebilde zu betrachten, zu deuten, und zu verstehen. Ein Verständnis vergleichbar mit meinem Verständnis z.B. der Vergesellschaftung verschiedener Tierarten als ein biologisches Phänomen, ein Verständnis das nicht auf Theorie sondern auf Beobachtung gegründet ist. .PP Die Ausübung der Macht ist ein Ausgleich für das Preisgeben der Individualität an die Gesellschaft. Der Einzelne veräußert seine Persönlichkeit zu gunsten der Gesellschaft und wird dafür mit dem Versprechen und mit der Aussicht auf Macht über seine Mitmenschen belohnt. Macht - power ====================== Als Ausgangspunkt für die Betrachtung von Gesellschaft, Politik, Regierung und Rechtsverwaltung nenne ich den Einzelnen in der Familie als der ursprünglichen Gesellschaft: das Kind, welches sich einerseits als in die Familie eingebettet erlebt, welches sich seine Existenz außerhalb der Familie überhaupt nicht vorzustellen vermag, welches sich andererseits aber aus der Familie ausgeschlossen erlebt, entfremdet, aufgegeben, zurück- gelassen. Ich lebe inmitten meiner Familie als ein Teil von ihr. Abgetrennt von der Familie bin ich elend, und meine unaufhörliche Klage ist: "Ich bin hier so alleine." Auf diese, vom Kinde in unvergesslicher Weise erlebte Spannung zwischen Abhängigkeit und Unabhängigkeit ist das gesamte Gesellschaftsleben zurückzuführen, und nicht nur dieses, sondern zugleich die Politik und die Gerichtsbarkeit. .PP Das Zugehörigkeitsbewusstsein erstreckt sich von der Familie auf die Nachbarschaft, auf die Schule, auf erwerbstätige Mitarbeiter, auf das Dorf, auf das Land, auf den Staat, auf das Volk, - zuweilen auch auf die gesamte Menschheit. Es erscheint dass eine Problematik der Zugehörigkeit, welche sich auf die Menschheit erstreckt auch in bedschränkteren Verhältnissen immer und immer wiederkehrt. Der Einzelne wird zur Zusammenarbeit, zur Kooperation, gezwungen: in der Arbeitsgruppe, in der Genossenschaft, im Sportverband, in der Verbindung, vornehmlich bei der Soldatenschaft, im Militär. Die Zusammenarbeit, Zusammenwirkung, Kooperation erfordert Anpassung, Angleichung, Assimilation. .PP Die Angleichung, die Assimilation des Menschen an seine Umwelt, ins Besondere, an seine Gesellschaft ist ein beobachtbarer Vorgang welcher eindrucksvoll in der Verbeitung der Sprache, in der gegenseitigen Mitteilung in Erscheinung tritt. Obgleich sie sich vor allem, in erster Linie als geistige Erscheinung offenbart, mag man sich die Assimilation als einen organischen, körperlichen gar physikalischen Vorgang vorstellen, - wobei bemerkt sein soll, dass die "Reduktion" (Zurückführung) auf Einfacheres, auf Primitives stets mit wesentlichen inhaltlichen Verlusten behaftet ist. .PP Eine unterschiedliche Fähigkeit, Bereitschaft, susceptibility, sich anzupassen ist unverkennbar. Die Empfindlichkeit, Anfälligkeit, Aufnahmefähigkeit von Neuem, von Fremdem erweist bemerkenswerte Differenzen. So unterscheiden die Menschen sich von einander. Bei aller Neigung zur Angleichung, erlebt der einzelne Mensch dennoch die Notwendigkeit der Individualität, ein Einzelner, sich selbst zu sein. Daher die Dynamik und die Dialektik. Diese Betrachtungen mögen als ein Schlüssel zum Verständnis der Gesellschaft dienen. .PP Wie sehr auch immer das Erlebnis der Verstrickung in die Gesellschaft von Subjektivität belastet sein mag, so ist es dennoch möglich, und äußerst wünschenswert die Gesellschaft und das in sie verwobene Individuum als ein objektives naturhistorisches Gebilde zu betrachten, zu deuten, und zu verstehen. Ein Verständnis vergleichbar mit meinem Verständnis z.B. der Vergesellschaftung verschiedener Tierarten als ein biologisches Phänomen, ein Verständnis das nicht auf Theorie sondern auf Beobachtung gegründet ist. .PP Die Ausübung der Macht ist ein Ausgleich für das Preisgeben der Individualität an die Gesellschaft. Der Einzelne veräußert seine Persönlichkeit zu gunsten der Gesellschaft und wird dafür mit dem Versprechen und mit der Aussicht auf Macht über seine Mitmenschen belohnt. ======================