Drei Bilder Drei Bilder stellt ich vor mir auf den Tisch, im ersten bist Du schlank, mit Jugend frisch, im zweiten eine kluge, reife Frau, im dritten alt und todeskrank, genau wie's war als ich an deinem Bette kniet und Dir die regungslosen Augen schloss. Drei Bilder streiten mit sich im Gemüt, um Sinn. Ob Anfang, Mitte oder Schluss des Lebens sie bezeugen, oder nichts. Vielleicht besagen sie der Zeiten Fluss wie eilendes Gefälle des Gedichts: Sehnsucht, Umarmung oder letzter Kuss. Kein Bild vermag das Leben zu ersetzen Und auf dem Bild erscheinen nichts als Götzen. ===================================== Doch dann erschaut ich Dich die steilen Stufen steigen Da hast du mich gefunden! Was kommt jetzt? Die traurige Erfüllung. Ich will dich dichten, will dih preisen, will in Sonetten, Elegien und Hymnen, will in Novellen und Romanen den Himmel baun der uns umfing, wie einen Tempel, in dem ich dann vergehe. ======================================= Kultur Was ist Kultur? Darf ich es fragen? Das ist Kultur! Darf ich es sagen? Gibt's überhaupt amerikanische Kultur? Ist's möglich nach Auschwitz Buchenwald und Dachau Das Wort Kultur vor Ekel in den Mund zu nehmen? Ist Disneyland Kultur? Kultur ist Lebensstil, damit der Einzelne Identität bestätigt und erbaut. ======================== Die traurige Erfüllung. Ich will dich dichten, will dich preisen, will in Sonetten, Elegien und Hymnen, will in Novellen und Romanen den Himmel nachvollziehen der uns umfing, wie einen Tempel, an dem ich dann vergehe. ======================================= Des Gesetzes Fluch Dich hat die Traurigkeit nicht abgestoßen Die Traurigkeit des Kindes hat dich nicht abgestoßen dein Verständnis zugleich aufgehoben und vertieft Verstandest meine Angst die anzuschauen ich begehrte. Dass ich zu Heilgnstadt und Leiden mich hingezogen fühlte statt zu dir. Das lag ja schon in der Begrüßungsrede. Ich schäme mich deswegen heute fast wären wir daran gescheitert. Das Leben hat beides mir geschenkt. Der junge Mensch hat Vorstellungen was er werden will, Arzt, Anwalt Ingenieur, Wissenschaftler ich wollte Dichter und Denker werden und Poet, das ist ein innerliches Werden ich hab ein Leben durchgelebt ich weiß nichts ob ichs wiederholen wuerde, dich aber dich genauso und entschiedener. Dein Bild Nicht nur ein einz'ges Bild, ich meine eine Bilderreihe wie heutzutage machbar ist. wo du als Säugling erst, dann durch die Kinderjahre als Schülerin erscheinst, langsam entwickelnd zu der reifen Frau in die ich micht verliebte und an die ich mich verlor. Seit wir uns trafen ward dein Bild zum Spiegel meines Lebens darin ich mich erkannte und erkenne, Kalender meiner Sehnsucht, meiner Freuden, meiner Feste, meiner Träume dran ich die Monate, die Jahre messe. Dann der unerbittliche Verfall, unverkennbare Verfall der auch mein Dahinwelken besagt. Blick jetzt darin zurück, ein Katalog des Lebens der mir bezeugt was ich erwarb, was ich besaß, was ich verloren hab. Was ich einst war, und was ich nicht mehr bin, und was ich nie mehr werden kann. Deine Bilderreihe ist der Kalender meines Daseins. Zuviel, zuviel verlang ich. xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx Die Bilder Gewarnt dass Bilderei verboten war, bereit die Sünde meiner Tat zu tragen, meint ich die Strafe sei vielleicht vermeidbar. Ich überlegte und entschied's zu wagen. Du warst so schön; ich liebt' dich sehr und wusste, dass Deine Schönheit bald verwelken musste. Wollt sie unsterblich machen doch vergebens pflückt mir die Leica von dem Baum des Lebens. Die Bilder machen Schönheit nicht unsterblich. Ach sie vergrößern meine große Not. Auch ich ward aus dem Paradies verwiesen, Verflossene Schönheit zeugt von nichts als Tod. Unwiederbringlich ist die schöne Jugend mir bleibt nur Leiden, und vielleicht die Tugend. Photographie der heut'ge Apfelbaum des Lebens den zu verwehren wir aus dem Paradies gewesen wurden von dem zu essen unerlaubt. Ich wollte dich unsterblich machen, und diese Bilder sind mir das Zeugnis deines Tods Die Bilder erinnern mich nun an deinen Tod und auch an meinen. Wie Wiederkehr der Jugend ist undenkbar so Bilder deiner jungfräulichen Blüte wie Flachrelief auf Stelen der Antike sind Zeugnis eines Lebens (Daseins) unerreichbar Ich täusche mich mit dem Gedanken dass es jemals anders war. Damalges Leben war Sorge, Mühe und Gefahr Des Alters Frieden sehnt ich sehr Nun ists gekommen sehne mich nach dir Zeugnisse also der Tode unsrer beiden. Besagen mir denn schließlich den ersten Tod von dem ich meine er ist schwerer als der zweite. Wie Wiederkunft (Wiederkehr) von (Jugend) Schönheit ist undenkbar Und nun sind diese Bilder von deiner jugendlichen Blüte des Lebens unerreichbaren Zeugnis, ============================== Acht mal zehn Jahre hat's gedauert Eh ich zu beten lernt sind achtzig Jahr verflossen in denen wir uns liebten Vor siebzig Jahren lernte ich zu lieben das Beten hab ich gestern erst gelernt