Der Neckar In deinen Tälern wachte mein Herz mir auf Zum Leben, deine Wellen umspielten mich, Und all der holden Hügel, die dich Wanderer! kennen, ist keiner fremd mir. Auf ihren Gipfeln löste des Himmels Luft Mir oft der Knechtschaft Schmerzen; und aus dem Tal, Wie Leben aus dem Freudebecher, Glänzte die bläuliche Silberwelle. Der Berge Quellen eilten hinab zu dir, Mit ihnen auch mein Herz und du nahmst uns mit, Zum stillerhabnen Rhein, zu seinen Städten hinunter und lustgen Inseln. Noch dünkt die Welt mir schön, und das Aug entflieht Verlangend nach den Reizen der Erde mir, Zum goldenen Paktol, zu Smyrnas Ufer, zu Ilions Wald. Auch möcht ich Bei Sunium oft landen, den stummen Pfad Nach deinen Säulen fragen, Olympion! Noch eh der Sturmwind und das Alter Hin in den Schutt der Athenertempel Und ihrer Gottesbilder auch dich begräbt, Denn lang schon einsam stehst du, o Stolz der Welt, Die nicht mehr ist. Und o ihr schönen Inseln Ioniens! wo die Meerluft Die heißen Ufer kühlt und den Lorbeerwald Durchsäuselt, wenn die Sonne den Weinstock wärmt, Ach! wo ein goldner Herbst dem armen Volk in Gesänge die Seufzer wandelt, Wenn sein Granatbaum reift, wenn aus grüner Nacht Die Pomeranze blinkt, und der Mastixbaum Von Harze träuft und Pauk und Cymbel Zum labyrinthischen Tanze klingen. Zu euch, ihr Inseln! bringt mich vielleicht, zu euch Mein Schutzgott einst; doch weicht mir aus treuem Sinn Auch da mein Neckar nicht mit seinen Lieblichen Wiesen und Uferweiden. ======================================== Die Ankunft In jenes abgeholzte Tal entflohen wir Mördrischer Wut teutonischer Barbaren, Zu Geist- und Seelenwundenpflege die in der Großstadt nicht zu haben. Die Fahrt war lang, sie dauerte zwei Tage, Im Zug bewegten mich die Fragen wohin das Schicksal uns entführt, warum die Rettung grade uns gebührt. Am Bahnhof nahm Herr Kirsch uns in Empfang, mit deutschen Vorfahr'n deren Muttersprache ihm längst entgangen war. Ein Echo nur erklang in unsren Ohren Verloren er wie wir. Im kleinen Auto gequetscht wie in der Dose die Sardinen, gestoßen und geschaukelt, ging die Fahrt auf Serpentinenstraßen, Verteilte Bergesketten auf und nieder zum Bauernhaus im düstren Schönholzwald, wo Pfarrer Ott auf uns gewartet. Stieg ein, noch enger das Gedränge. Saßen einander praktisch auf den Schoßen. Die Fahrt ging weiter an die Mädchenschule, die Unterkunft für diese Nacht. Ein Nonnenkloster überdacht Mit Prüde. Niemals zuvor niemals danach hab ich in solcher Mädchennäh geschlafen. und habe oft in folgend Jahren darüber träumend nachgedacht. Am Morgen bracht man uns ins eigne Haus. War weder groß noch war es elegant. Die Fenster waren zugig und die alte Kohlenheizung qualmt. Der Möbelwagen kam und brachte uns geschundnes Zubehör des einstgen Lebens, das malt hinfort der Heimat Bild. Erinnrung zwar, doch Trost vergebens. =============== In deinen Tälern wachte mein Herz mir auf Zum Leben, deine Wellen umspielten mich, Und all der holden Hügel, die dich Wanderer! kennen, ist keiner fremd mir. Auf ihren Gipfeln löste des Himmels Luft Mir oft der Knechtschaft Schmerzen; und aus dem Tal, Wie Leben aus dem Freudebecher, Glänzte die bläuliche Silberwelle. Der Berge Quellen eilten hinab zu dir, Mit ihnen auch mein Herz und du nahmst uns mit, Zum stillerhabnen Rhein, zu seinen Städten hinunter und lustgen Inseln. Noch dünkt die Welt mir schön, und das Aug entflieht Verlangend nach den Reizen der Erde mir, Zum goldenen Paktol, zu Smyrnas Ufer, zu Ilions Wald. Auch möcht ich Bei Sunium oft landen, den stummen Pfad Nach deinen Säulen fragen, Olympion! Noch eh der Sturmwind und das Alter Hin in den Schutt der Athenertempel Und ihrer Gottesbilder auch dich begräbt, Denn lang schon einsam stehst du, o Stolz der Welt, Die nicht mehr ist. Und o ihr schönen Inseln Ioniens! wo die Meerluft Die heißen Ufer kühlt und den Lorbeerwald Durchsäuselt, wenn die Sonne den Weinstock wärmt, Ach! wo ein goldner Herbst dem armen Volk in Gesänge die Seufzer wandelt, Wenn sein Granatbaum reift, wenn aus grüner Nacht Die Pomeranze blinkt, und der Mastixbaum Von Harze träuft und Pauk und Cymbel Zum labyrinthischen Tanze klingen. Zu euch, ihr Inseln! bringt mich vielleicht, zu euch Mein Schutzgott einst; doch weicht mir aus treuem Sinn Auch da mein Neckar nicht mit seinen Lieblichen Wiesen und Uferweiden. ======================================== ======================================== Die Lebensgefährtin In bei Deinem Anblick wachte mein Herz mir auf Zum Leben, Deine Erscheinung bezauberte mich, Und von den stummen Wünschen, die Dich Lehrerin suchen, ist keiner fremd mir. Auf Gipfeln der Hoffnung löste des Himmels Luft Mir oft der Knechtschaft Schmerzen; und aus dem Tal, Wie Leben aus dem Freudebecher, Glänzte verheißungsvoll Lebensglück. Des Lebens Freuden strebten hinauf zu dir, Mit ihnen auch mein Herz und du nahmst uns mit, Zum stillerhabnen Rhein, zu seinen Städten hinunter und lustgen Inseln.