Philosophieren ist sich besinnen, heißt zur Besinnung kommen. Wie teile ich meine Besinnung mit? Mittels der Sprache. Die Worte in denen Besinnung mitgeteilt wird sind die Worte des Gedichts, denn sie bewegen den Hörer oder Leser zur eigenen Besinnung. Alle Sprache die Besinnung schaft, oder insofern sie zu Besinnung beiträgt ist Dichtung. Dass Platons schriften Dichtung sind, liegt auf der Hand. Ich wage vorzuschlagen dass wirkliche Dichtung zur Besinnung bringt oder beiträgt, und dass demzufolge alle wirkliche Dichtung als Philosophie wirkt und Philosophie ist, dass im Grunde all unsre Sprache Dichtung ist oder sein sollte, und dass demgemäß an jedes Schriftstück, an jedes Gedicht, die Frage gestellt, und der Maßstab angelegt werden sollte, inwieweit es der Besinnung förderlich ist, und eben soweit, und nur soweit, sein Sinn als Dichtung besteht.