Die Naturgeschichte der Erkenntnis, der natürliche Erkenntnisverlauf, die Erkenntnisentwicklung des Menschen, the natural history of knowledge: Das Kind ist neugierig, es will alles wissen, mutmaßt alles lernen zu können. Der Mann ist tätig, bedient sich des Wissens das er besitzt zum Schaffen, Überleben, zum produktiven Wirken. Ist sich der unausweichlichen ethischen und ästhetischen unlösbaren Ungereimtheiten bewusst. Gezwungen fortzufahren ohne sie gelöst zu haben. Der Greis ist zuversichtlich die Antworten auf die großen Erkenntnisfragen gefunden zu haben, und dankbar dass ihm die Unzulänglichkeiten seines Betragens (Ethik) und die Unzulänglichkeiten seines Bewertens (Ästhetik) nicht angerechnet würden. Er duettiert mit Simeon, Herr nun lässest du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast ... ======================== Naturgeschichte Auch die Erkenntnis hat Naturgeschichte. Das Kind begiert was neu ist, lernt Gedichte. Will alles Wissen; mutmaßt ohn' Versehen zu lernen alles, alles zu verstehn. Dem tätgen Manne dient was er gewusst als Schaffensmittel, produktiv zu leben. Der Unzulänglichkeit ist er bewusst, nicht ist's erlaubt den Glauben aufzugeben. Der Greis meint Antwort, die Erkenntnisgaben gefunden, die Rätsel jetzt gelöst zu haben. Dankbar dass seine Fehler übersehen, wie Schatten nun im Abendrot vergehn. Er singt mit Simeon, die Welt war schön, Lass uns in Frieden heim, zu Grabe gehn.