am 20. Mai 2021 Die Verbindung des Schönen mit dem Guten, kalon kai agathon, wird als Entdeckung der Alten Griechen betrachtet. Was das Schöne und das Gute gemeinsam haben ist die leidenschaftliche Bestätigung die sie beim Einzelnen erheischen. Diese leidenschaftliche Bewertung im Bereich des Einzelnen erstreckt sich dann auf die Gesellschaft an welcher der Einzelne teilnimmt und in welche er eingefügt ist. Der Leidenschaft im Subjektiven entspricht vermeintliche Unbedingtheit in in der äußeren, objektiven Welt. Der Klarheit und Verständlichkeit halber, bedenke und beschreibe ich zuerst die Imperative der Handlung, einerseits aus dem Gesichtspunkt des Einzelnen und andererseits aus dem Gesichtspunkt der Gesellschaft. Als Einzelner bin ich bekümmert um die eigene Behaglichkeit und Zufriedenheit, um den Schutz und um die Erhaltung meiner Gesundheit und meines Lebens, um die Unversehrtheit meines Körpers, meines Geists und meiner Seele, und um die Beständigkeit der Gesellschaft und der Welt in der ich lebe, um die Integrität der Umwelt der Menschen und der Natur die mich umgeben. Ich bin mir meiner engen Abhängigkeit von der Gesellschaft bewusst. Ich empfinde und begreife mich als ein Teil dieser Gesellschaft. Ich empfinde und begreife die Gesellschaft als ein Teil von mir. Deshalb trage ich Sorge um das Handeln der Gesellschaft in einer Weise vergleichbar mit der ich Sorge um das eigene Handeln trage. Die Gesellschaft, so wünsche ich, soll sich in einer Weise verhalten, welche meinen Wohlstand und meine Leben schützt, zugleich aber in einer Weise, welche alle Menschen behandelt, als wären sie ich. Aus der Tatsache dass einzelne Menschen nicht ausschließlich freundlich mit, sondern auch feindlich gegen einander gesinnt sinnt, ergibt sich das uralte Gesellschaftsdilemma von Krieg und Frieden. Je gewissenhafter ein Mensch ist, desto öfter und schwerer wird er davon belastet, dass seiner Gesellschaft und sein Gewissen einander widersprechen.