Mir fällt ein inwiefern das ganze Leben als PTSD, also als posttraumatische Belastungsstörung PTBS gedeutet zu werden vermag. Dabei erinnere ich an das Gedicht, Der Soldat, von H.C. Andersen geschrieben und von Robert Schumann vertont. Aber nicht nur das. Sollte vielleicht die Kunst im allgemeinen als PTBS gedeutet werden, nicht nur die Dichtung, sondern auch die Musik und die Malerei? Möglich, dass die Belastungen des Lebens vielleicht durch nur das Wahrnehmen, vor allem durch das Verstehen des Kunstwerks, und im außerordentlichsten Maße, durch das Schaffen des Kunstwerks, beschwichtigt, wenn nicht gar ausgeglichen und behoben werden. Diese Überlegungen sind ausgelöst durch meine Anstellungen die Arbeit von Reinhold Busch, "Verstreut über alle fünf Kontinente, Das Schicksal der Familie Rosenthal aus dem Ruhrgebiet," ins Englische zu übersetzen. Diesem Buch entlese ich eine Menge von Zeigern auf die vielen Schicksale der vielen Betroffenen. Schon am Anfang stellt sich mir die Frage: Was bedeutet es einer ganzen Familie, und noch dazu, einer Großfamilie, die aus so vielen verschiedenen einzelnen Mitgliedern besteht, und die fortfährt sich zu entwickeln, ein einiges Schicksal zuzuordnen? Besonders, wenn dies Schicksal, was immer es sei, erst durch Kenntnisnahme der Geschichten der verschiedenen Mitglieder erkenntlich wird? Überall spukt die Sprache. Was heißt denn Schicksal überhaupt? Wenn, wie mir scheint, der Geist überhaupt erst größtenteils durch die Sprache geschaffen wird, und die Sprache den Geist so wesentlich erhält und steigert, so dass der Geist eines jeden Menschen, einer jeden Familie, eines jeden Volkes, überhaupt erst durch Sprache entsteht, wie sollte es dann möglich sein eine mathematische, eine technische Sprache zu erfinden welche den Geist von zwei verschiedenen Menschen, Familien, Völkern, einander gleichschaltet? Der Geist (des Einzelnen) schafft die Sprache, und die Sprache vergegenständlicht den Geist der sie schafft. Es ist ein Resonanzphänomen. Ich bedarf der Sprache um mich zu bestätigen. Aber nur die von mir eigens geschaffene, die in mir aufgenommene, die an und in mir assimilierte Sprache taugt zur Bestätigung meines Geistes. Die elektronische Maschinensprache verwehrt, verbaut mir die Möglichkeit mich zu verwirklichen, denn sie zwingt mir den Geist der geschäftlichen Übersetzerteam auf, und macht mich zur Maschine. Ich beabsichtige die Gesetzesethik mit einer Reflexethik zu ersetzen, Stat der Gesetzesethik welche sich auf das Verstehen und willentliche Befolgen eines Gesetzes verlässt, erwäge ich eine Reflexethik welche die Handlung des Einzelnen als Gegenwirkung auf äußere und innere Zustände erklärt. Die äußeren Zustände sind primär gesellschaftlich. Die inneren Zustände sind als analog dem PTBS (Post traumatischem Belastungs Stoerung) zu verstehen, besonders wenn man das Leben im weitesten und tiefsten Sinne, als Belastung deutet. Dann wären Freude und Glück vielleicht als Gegenbelastung, als negative Belastung, als Erbauung zu verstehen. Dann wären Holocaustverbrechen und Kriegsverbrechen wohl auch als Abwehr gegen und Vermeidung des Schreckhaften auf Seiten des Verbrechers zu verstehen. Der Soldat tötet weil ihm befohlen word zu töten, und weil, wenn er es unterlässt dem Befehl zu töten zu gehorchen, er selbst getötet wird. So auch der KZ Wärter ...