Ich mache den Vorschlag die geistige Tätigkeit, das Denken, als einen zum Leben förderlichen, natürlichen Vorgang zu deuten, wie etwa das Sehen, das Hören, das Atmen, das Sprechen ... der mir das Leben erleichtert, wenn nicht gar ermöglicht. Mein Denken bietet sich mir als ein stilles Sprechen. Wenn ich denke rede ich mit mir selbst. Der Gedanke ist ein Vorgang, in einer Weise ähnlich dem gehörten oder gelesenen Wort, der meinen Geist, mein Gehirn, mein Ich verwandelt. So dienen auch meine Gedanken, als mein Sprechen mit mir Selbst, mich zu verwandeln. In dieser Hinsicht war der Verfasser der die Macht des positiven Denkens, the power of positive thinking, ausposaunte im Recht. Mein Denken stärkt meinen Geist, wenn es ihn nicht sogar erhält, so wie das Bewegen, das Gehen, das Wandern, das Turnen, den Körper. Wie in so vielen anderen Fällen, entsteht durch das Wurzeln der Sprache, so wie auch des Denkens in der Gesellschaft, die Vorstellung dass der Wert, und vielleicht der einzige Wert des Denkens ein gesellschaftlicher sei; dass der in der Einsamkeit und Abgeschiedenheit erzeugte Gedanke sinnvoll und wirkungsvoll erst wird, wenn ich ihn mitteile, wenn er gehört, verstanden, und erkannt wird, und dass sein Wert sich ausschließlich aus seiner Veröffentlichung ergibt. Ich gebe zu, dass auch ich einst diese Überzeugung hegte; und dass ich sie abgelegt, dass ich meine sie überwunden zu haben, vielleicht eine saure Trauben Selbsttäuschung besagt. Dies zu leugnen wäre ein Urteil das ich mir nicht zutraue. Heute aber scheint mir dass mein einsames Denken, wie immer es auch mit seinem gesellschaftlichen Ursprung bestellt sein mag, mir mein tägliches Leben wesentlich erleichtert, wenn es dieses nicht sogar ermöglicht.