Thank you for forwarding the article about Mr. Barros. His alienation from the Town may explain his sympathy for our project and his frequent requests to do our plastering. I interpret the history of his case as corroborating my interpretation of the manner in which not only the Board of Selectmen, but also the District Attorney, The Attorney General, and the Superior Court, the Appeals Court and the Supreme Judicial Court fulfill their oaths to do "equal justice". As for Bethlehem, I don't remember, but I infer "Welt Ade, ich bin dein müde" was sung on Friday evening, at the beginning of the second part of the Friday concert. Maurice McPhedran, I believe was a lonely person. He had personal conflicts with Eugene Opie, the director of the Phipps Institute. Maurice had found it impossible to integrate himself into the hierarchy of the University of Pennsylvania, which, notwitstanding his prominence, did not deign him worth a biography. He struck out on his own at Germantown Hospital. Margaret told me that when Maurice first moved to Philadelphia, his father Alexander, who had promoted himself from schoolteacher to Professor of Medicine at the University of Toronto, told Maurice to affiliate himself with a religious organization, and Maurice chose the Quakers. He bought the house at 5321 Baynton Street from Morris E. Leeds, a Quaker with a Jewish wife, an electrical engineer, cofounder of Leeds & Northrup, manufacturers of bombsights in World War II. Maurice was not a musician, but he was much affected by classical music, especially Bach, and had a record collection that was large for his day. He liked particularly loud choruses, as from the Mass in B Minor. One of my first interactions with the family was to repair or improve the record player. I don't remember the details. Because of my own affection for Bach, Alex invited me to Bethlehem, and arranged for me to be driven there by a classmate, Tommy Todd, who already had his own car. It was in May 1946, about five weeks before I turned 16. Soon after we arrived, Alex introduced me to his sister, who was graduating from Bryn Mawr. She was standing on the lawn in front of the Packer Chapel. It was the Tamino moment which changed my life. The Friday program was the Christmas Oratorio. The McPhedrans had rented rooms in a private home where we spent the night, so as to be able to attend the Saturday morning concert. One year it was the Coffee Cantata, whether 1946 was that year, I don't remember. I returned to Bethlehem in 1947, twice each year in 1948 and 1949. After the Saturday concert in 1949, which was the St. Matthew Passion, Margaret and I talked again, and exchanged favorites, I told her what I liked best were the arias "Ich will dir mein Herze schenken" and "Komm süßes Kreuz..." Margaret said hers was "Erbarme dich mein Gott, um meiner Zähren willen" A few weeks later she asked me to accompany her to Great Barrington: Great Barrington, Massachusetts am 13. Juni 1949 Liebe Mutti, lieber Papa, "Wir Menschen führen uns nicht selbst," hat Kleist einmal geschrieben, und wenn Ihr mich fragt und wie und warum ich nun doch hierher gekommen wäre, ich könnte kaum logisch antworten. Jedenfalls ist es gut dass ich gekommen bin denn ich habe mich in den letzten drei Tagen psychisch noch mehr als körperlich ausgeruht und ich glaube ich hatte beides nötig. Kurz nachdem dieser Brief euch erreicht haben wird, werde ich selbst wohl auf der Konnarocker Bildfläche erscheinen, weswegen ich ihn nicht allzu ausführlich machen brauch, besonders da die Post bald abgehen wird. Und darum will ich Euch nur das wichtigste schreiben. Donnerstagabend fuhr ich aus Boston ab, voll gepackt wie gewöhnlich, in mancher Beziehung müde und vielleicht auch sogar ein bisschen mutlos. Das Packen war eine komplizierte und ärgerliche Angelegenheit, besonders meine Bücher für die nirgends genug Platz zu finden war. So saß ich um halb 1:00 Uhr morgens im Zuge fest entschlossen den nächsten Tag in New York zu verbringen, danach bei Mrs. Jarden guten Tag zu sagen und sobald als möglich in Konnarock zu sein. Ich hatte Alex jedoch versprochen seine Schwester anzurufen, um ihr seine und meine Pläne zu erklären, da Alex kein Freund von ausführlichem Briefwechsel ist. Es stellte sich bei diesem Anruf heraus, dass meine Befürchtungen falsch waren denn ich hatte vermutet dies sei eine Farm wo es nicht Kuhherden sondern Menschenherden gibt. Außerdem schien Margaret selbst viel daran gelegen zu sein das ich kam. Sie rief Alex in Cambridge an um ihm das Versprechen abzunehmen auch bald zu kommen. Ich ließ mich also überreden nachdem ich verschiedene Einwände gemacht hatte, und im Ganzen finde ich, dass ich recht tat. Diese Farm hat zwar nicht viele Kühe sondern ist eine Hühnerfarm. Von Menschen ist wahrhaftig nicht viel zu sehen. Der Inhaber ist ein russischer Jude, ein älterer verbissener Mann mit übergroßer Nase, gedrungener Stirn und breitem Mund, der irgendwie mit McPhedrans verwandt ist, und mit dem Margaret insbesondere befreundet ist. Sein Partner ist ein Herr aus Minnesota in seinen vierziger Jahren der wenig spricht und ab und zu Oratorioarien von Händel und Hugo Wolf Lieder singt, wobei er sich mit den Fingern die Haare rauft und von einem Fuß auf den anderen schwankend durchs Zimmer geht. Die beiden Partner sind augenscheinlich nur durch ihren Sozialismus verbunden, den sie jedoch ihren Gästen nicht aufzuzwingen versuchen und der nicht allzu weit geht denn die ganze Hausarbeit wird von einem Neger namens Isaac erledigt, ein ehemaliger Boxer und ein gutmütiger Kerl. Es gibt einen See im Hungry Mother Park Stil, nur dass man seinen eigenen Badeplatz hat, und ganz allein ist. Auch auch rudern kann man und Isaac spielt gern den Fährmann. Die Wälder sind schön obwohl ich noch keine langen Wanderungen gemacht habe. Die Berge sind auch schön aber mit den unsrigen überhaupt nicht zu vergleichen. So bummele ich den den ganzen Tag herum, was mir viel Spaß macht aber was sich länger als ein paar Tage nicht ertragen könnte. Ich lese viel, vorzüglich Rilke, Shakespeare, und Dantes Divina Commedia, letzteres ein Buch an dem ich schon lange interessiert bin und das ich schon längst hätte gelesen haben sollen. Ueber dergleichen Bücher kann ich mich auch gut mit Margaret McPhedran unterhalten, besser noch vielleicht als mit ihrem Bruder weil sie älter und viel reifer ist. Dass ich vermute sie sei ein feiner Mensch, schrieb ich euch schon, und wenn ich mich recht erinnere sagte ich auch Mutti schon vor einigen Monaten dass Margaret eine von den Mädchen sei die in Thomas Manns Worten immer hinfallen. Es dauerte also nicht lange bis sich auf einem gemeinsamen Spaziergang herausstellte, dass sie soeben wieder hingefallen war, und das Bedürfnis hatte sich bei mir auszusprechen. Das geschah auch vielleicht unter mehr Tränen als durchaus nötig waren aber es schien fast als ob die Tränen selbst ihr wohltäten und mehr der gegenwärtigen Erleichterung als den vergangene Schmerzen galten. Sie brachte zum Ausdruck dass sie meinte mit mir sprechen zu können, weil auch mir das Leben nicht immer leicht fiele, eine Feststellung, an der ich nichts auszusetzen hatte. Einzelheiten insofern sie euch interessieren kann ich euch erzählen sobald ich zu Hause bin, aber nun muss ich mich beeilen Schluss zu machen, der Post wegen. In einem der der nächsten Tage werde ich mit Alex nach Philadelphia fahren, und von da aus so schnell nach Hause wie der Zug es nur will. Kuss Jochen