NICHT ABGESANDT Sehr geehrter Herr Professor Gestern empfing ich von updates@academia-mail.com die Meldung Ihres Aufsatzes The Location of God: A Medieval Question on Pantheism and Its Responses in Early Modernity den ich mit Interesse gelesen habe. Mein Kommentar ist Ihnen bei http://ernstjmeyer.ddns.net/div00/2023/d230830_01_an_Paul_Richard_Blum zugänglich. Ich danke Ihnen für die Anregung welche mir das Lesen dieses Aufsatzes beschert hat und grüße Sie unbekannter Weise mit vorzüglicher Hochachtung. Ernst Jochen Meyer xxxxxxxxxxxxxxx Ich versuche mich der Sprache nicht als Bezeichnung von Gegenständen zu bedienen sondern als Instrument des Verstehens. Das einschlägige Thema, the location of God, übersetze ich als der Ort Gottes, das bedeutet nicht den Ort der Gott gehört, sondern der Ort wo Gott sich befindet. Ich erkläre mir, dass ein Ort darin besteht, dass er gegen andere Orte abgegrenzt ist, Ein Ort ist durch seine Grenzen bestimmt. Das Unbegrenzte heißt ἄπειρον. Wenn das Unbegrenzte zu irgendeinem Ort in Beziehung stünde, dann müsste zwischen dem Unbegrenzten und dem angrenzenden Ort eine Grenze bestehen. Eine solche Grenze aber wäre dann auch eine Grenze des Grenzenlosen, wäre ein unhaltbarer Widerspruch. Meiner Anschauung gemäß gibt es so etwas wie Geist. Geist ist seinem Wesen nach grenzenlos. Es steht geschrieben Gott ist Geist. Ich stelle mir vor, Gott ist grenzenlos, Gott ist ἄπειρον. Lutherbibel 1545 Johannes Evangelium 4 24 Gott ist ein Geist / vnd die jn anbeten / die müssen jn im Geist vnd in der Warheit anbeten. [24] πνεῦμα ὁ θεός, καὶ τοὺς προσκυνοῦντας αὐτὸν ἐν πνεύματι καὶ ἀληθείᾳ δεῖ προσκυνεῖν. Gott ist πνεῦμα; Gott ist ἄπειρον. Das heißt als Geist ist Gott alles und als Körper ist Gott nichts. Deshalb ist Atheismus Pantheismus. Kierkegaard hat mich überzeugt, dass die Subjektivität die Wahrheit ist. Der Mensch ist Gesellschaftswesen. Ich betrachte es als problematisch dass Gott Adam als Einzelnen schuf; denn um zu denken bedurfte Adam zu sprechen. Die Sprache aber entspringt nicht dem Einzelnen. Sie entspringt dem Zusammenwirken vieler einzelner Menschen. Die Schöpfungsgeschichte im 1.Buch Mose beschreibt die geschlechtliche Einsamkeit des Menschen. Die geistig-seelische Einsamkeit des Menschen wurde im Paradies durch die unmittelbare Anwesenheit Gottes behoben. Das Leiden das den Menschen mit seiner Austreibung aus dem Paradies befiel war nicht nur die Notwendigkeit im Schweiße seines Angesichts sein Brot zu verdienen. Dies Leiden entsprach in besonderer Weise der seelischen Einsamkeit welche die Getrenntheit von Gott verursachte. Vergeblich versuchten die Menschen diese geistig-seelische Einsamkeit durch religiöse Vergesellschaftung zu beheben, denn die Gesellschaft ist nur eine äußerliche, objektive Verbindung. Die innerliche, seelische Einsamkeit zu beheben, machen die Menschen auch heute noch den verzweifelten Versuch den Gott den sie inzwischen gekreuzigt haben vom Kreuze abzunehmen und neu zu beleben. Ich erlebe die Religion als Ausdruck der Sehnsucht der einzelnen Subjektivitäten nach Verschmilzung miteinander. Meine persönliche Antwort: The location of God is the virtual intersection of the subjectivities of those that long for him.