am 2. Dezember 2023 Liebe Gertraud, lieber Bernd, Gestern erhielt ich den Briefumschlag mit den Zeitungsauschnitten mit den Prospekten aus Bad Frankenhausen mit dem Panorama Museum und seinem Schlachtbild vom Bauernkrieg, ein Kunstwerk von dem ich keine Ahnung hatte, und mit dem ich mich, Angsthase der ich nun einmal bin, noch längere Zeit werde beschäftigen müssen, vorerst mit einer sich drehenden Wiedergabe im Internet https://www.panorama-museum.de/de/bildsaaltour.html Duderstadt mit der Basilica St Cyriakus, mit dem Westerturm und der freigelegten Mauer, auf Englisch angepriesen als "a successful architectural concept from 2002 to 2004 allows visitors to experience the formerly overbuilt city wall." erinnert mich an meinen Vater der zu sagen pflegte: "Fremdsprache ist Glückssache." Als ich Kind war, bin ich nie auf dem Brocken gewesen. Erst 1992, nach dem Fall der Mauer haben Margaret und ich einmal in Schierke übernachtet, besuchten die Schnarcherklippen, und machten uns auf zum Brocken. Das war von den vielen Wanderwegen in meinem langen Leben, der einzige auf dem es nötig war, Fäkalien zu vermeiden, von deren Andenken ich mein Gedächtnis nicht zu säubern vermag. Auf dem Brockengipfel waltete damals noch ein einziger, verlassener sowjetscher Soldat. Vielleicht ist's weil ich mich ungenügend mit Brockenlegenden eingelassen habe, dass ich Goethe in seinem Faust die geistig-seelische Verunreinigung des Brockens mit Hexensiedlung und Walpurgisnacht zur Last lege; indessen meine eigene Beziehung zur Berglandschaft im 121. Psalm ihren Ausdruck findet: 1JCh hebe meine augen auff zu den Bergen / Von welchen mir Hülffe kompt. 2Meine Hülffe kompt vom HERRN / Der Himel vnd Erden gemacht hat. 3Er wird deinen fus nicht gleitten lassen / Vnd der dich behütet / schlefft nicht. Zu dem Thema "Burgen kämpfen mit hohen Energiekosten" möchte ich aus eigener Erfahrung vorschlagen, dass mit warmer Kleidung es keineswegs notwendig ist die Luft in einer Burg, beziehungsweise in einem "Palais" zu erwärmen. Indem ich die Zentralheizung anschaltete nur um dem Einfrieren der Wasserrohre vorzubeugen, haben sich seit 2021 bis jetzt, weitere Einkäufe von Heizöhl erübrigt. Ob der Öltank weiter ungefüllt 2024 auslaufen wird, steht noch dahin. Dass Vierzehn der 16 Traueranzeigen die ihr mir auf zwei Zeitungsbogen übersandtet Verstorbene betreffen jünger als ich, ist mir ein tröstender Hinweis, dass es auch mit mit nicht allzu viele Wochen -oder Tage - weitergehen wird. Das Zitat von Immanuel Kant "Wer im Gedächtnis seiner Lieben lebt, der ist nicht tot, nur fern; tot ist nur wer vergessen wird," erinnert mich an Horaz Exegi monumentum aere perennius regalique situ pyramidum altius, quod non imber edax, non aquilo impotens possit diruere aut innumerabilis annorum series et fuga temporum. non omnis moriar multaque pars mei vitabit Libitinam; usque ego postera crescam laude recens, dum Capitolium scandet cum tacita virgine pontifex. dicar, qua violens obstrepit Aufidus et qua pauper aquae Daunus agrestium regnavit populorum, ex humili potens, princeps Aeolium carmen ad Italos deduxisse modos. sume superbiam quaesitam meritis et mihi Delphica lauro cinge volens, Melpomene, comam. I have crafted a monument more lasting than bronze, and loftier than the royal pile of the pyramids, a thing which neither biting rain nor the obstreperous North Wind can destroy, nor the countless run of years, The flight of time. I will not totally perish and much of me will survive Oblivion; I will go on living in the praise of those who Postdate me, as long as the demure Vestal accompany The priest who climbs the Capitol. I will be read, where rushing Aufidus plunges, where poor Daunus reigned over his rustics, from this poor place become Powerful, as the first to have brought Aeolian lyric to Latin rhythms. Melpomene, accept the pride attendant on your merits, and come, ready to crown me with the laurels of Delphi. Das sind Gesinnungen welche wenig, wenn überhaupt, über Leben und Tod besagen, möglicherweise aber manches über die Triftigkeit des kantschen Denkens. Ich selber habe nur eine Trauerrede niedergeschrieben, http://ernstjmeyer.ddns.net/div00/aw/Margrit_obituary nämlich gelegentlich der Trauerfeier des Detroit Quaker Meeting im Januar 2010, für meine Schwester Margrit. Der englische Ausdruck eulogy stammt aus dem Griechischen εὐλογία, Lateinisch benedictio, mit dem Sinn die unumgänglichen Unstimmigkeiten des Lebens (des Verstorbenen) preisend und segnend auszugleichen. Ich meine beobachtet zu haben, besonders vor der Epoche von Internet and Social Media, dass die literarische Veröffentlichung, besonders in der Zeitung eine besondere (End)gültigkeit erstattet, gleich der Inschrift auf dem Grabstein. Es ist ein Segnen uralter Herkunft. Unter meinen Lieblingsworten in der Bibel: 4. Mose 6: 22VND der HERR redet mit Mose / vnd sprach / 23Sage Aaron vnd seinen Sönen / vnd sprich / Also solt jr sagen zu den kindern Jsrael / wenn jr sie segenet. 24DER HERR segene dich / vnd behüte dich. 25Der HERR lasse sein Angesicht leuchten vber dir / Vnd sey dir gnedig. 26Der HERR hebe sein Angesicht vber dich / Vnd gebe dir Friede. Herzliche Wintergrüße an Euch beide. Euer Jochen